Assistenz in der eigenen Häuslichkeit für psychisch erkrankte Menschen

Alltag stärken, Stabilität gewinnen und selbstständig leben – mit individueller Unterstützung zu Hause.

Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Abhängigkeitserkrankungen erhalten durch unsere Assistenz in der eigenen Häuslichkeit professionelle Unterstützung im Alltag. Ziel ist es, Stabilität aufzubauen, Herausforderungen zu bewältigen und Schritt für Schritt ein möglichst selbstständiges Leben zu führen.

Das Angebot des Betreuten Wohnens richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen/ Suchterkrankungen ab dem 21. Lebensjahr. Das Hilfeangebot basiert auf Freiwilligkeit und die zu betreuende Person ist selber motiviert, an ihrer Situation etwas zu verändern. Die Hilfe und das Angebot richten sich nach dem ermittelten Bedarf und den Zielen des Klienten und wird mit ihm in kleine, nachvollziehbare Schritte eingeteilt und umgesetzt. Die Hilfe wird vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe bewilligt und, wenn auf Grund der Einkommens- und Vermögenssituation eine Eigenbeteiligung nicht zumutbar ist, auch finanziert. Die gesetzliche Grundlage findet sich in den §§78 und 113 SGB IX.

Umfassende Unterstützung für ein selbstständiges Leben

Unsere Assistenz bietet umfassende Unterstützung im Alltag – von der Bewältigung praktischer Aufgaben über die Entwicklung einer stabilen Tagesstruktur bis hin zur Stärkung persönlicher Fähigkeiten und sozialer Kontakte. Ziel ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu begleiten.

  • Bewältigung notwendiger Aufgaben

    • Hilfestellung und Begleitung im Umgang mit Ämtern und Behörden (z.B. Begleitung zu behördlichen Terminen, Unterstützung bei Antragstellung, z.B. von Sozialhilfeleistungen, etc.)
    • Sicherung der finanziellen und materiellen Existenzgrundlage, Hilfestellung und Beratung im Umgang und der Einteilung der finanziellen Mittel
    • Anleitung, Hilfestellung und Motivation zur Haushaltsführung und Versorgung der eigenen Person (z.B. Einkauf, Ernährungsberatung, Wohnungspflege, persönliche Hygiene)

  • Lebensgestaltung

    • Akzeptanz und Umgang mit der eigenen Erkrankung (z.B. Hinarbeiten auf regelmäßige Arztbesuche und Medikamenteneinnahme)
    • Beziehungs- und Kontaktfähigkeit zurückgewinnen, bzw. erlernen und/oder trainieren
    • Kontaktmöglichkeiten im sozialen Umfeld entdecken und wenn möglich weiter ausbauen (z.B. Sportvereine, Selbsthilfegruppen, etc.)
    • Lebensperspektiven entwickeln
    • Unterstützungsmöglichkeiten durch Angehörige aktivieren/reaktivieren

  • Erarbeiten/erhalten einer sinnvollen Tagesstruktur

    • Aufbau einer sinnvollen Tagesstruktur und falls gewünscht Vermittlung in ein entsprechendes Angebot (z.B. Tagesstätte, Kontaktstelle)
    • bei Bedarf und entsprechender Stabilisierung: Planung und Organisation von weitergehenden beruflichen und freizeitbezogenen Maßnahmen

  • Einzel- oder Gruppengespräche

    • bei Schwierigkeiten innerhalb der Wohnform (z.B. bei Ruhestörungen, dem Nichteinhalten der Hausordnung, etc.)
    • bei Beziehungskrisen
    • bei Konflikten im sozialen Umfeld des Klienten
    • Entwicklungsgespräche auf der Grundlage der vorhandenen Ressourcen

Mit der professionellen Unterstützung soll die Befähigung erlangt werden, ein möglichst eigenständiges Leben zu führen und zu gestalten. Auch Gespräche mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuern oder behandelnden Ärzten können im Einvernehmen mit dem Klienten die Hilfe ergänzen. In die geplanten Schritte wird der zu Betreuende einbezogen, da eine Erfolg versprechende Veränderung sehr von einer guten Zusammenarbeit abhängt.